manchester orchestra - a black mile to the surface

Manchester Orchestra

Auf der Documenta in Kassel gibt es ein Werk der Künstlerin Marta Minujín, die ein Parthenon aus verbotenen Büchern gebaut hat. Darunter – ein wenig überraschend – auch die Harry-Potter-Reihe von Joanne K. Rowling. Was das mit Manchester Orchestra zu tun hat? Nun, die Band aus Atlanta schrieb den Soundtrack zu «Swiss Army Man», einem der am meisten unterschätzten Filme der vergangenen Jahre, in dem Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe eine der beiden Hauptrollen spielte. Der Score war grandios in seiner atmosphärischen Dichte, und ebenso grandios ist nun das neue Studioalbum der Indie-Folk-Rocker um Sänger und Songwriter Andy Hull. Diese an William Fitzsimmons oder John K. Samson gemahnende Stimme, dieses gleichermassen Todtraurige wie Versöhnliche, diese sphärischen Flächen, die verglichen mit früheren Alben dosierter in Lautstärke implodieren.

«You lift that burden off of me», singt Hull im Opener «The Maze», und man weiss: Alles wird schon gut werden, irgendwie. Für den Chorus in «The Gold» standen die Fleet Foxes mehrstimmig Pate, «The Alien» ist einer der besten Fitzsimmons-Songs, die jener nie gesungen hat. Ganz wunderschön ist das, nochmal: ganz wunderschön. Daniel Radcliffe sagte über den Soundtrack zu «Swiss Army Man», er hätte für einen Oscar nominiert werden sollen. Das hat nicht geklappt – bleibt zu hoffen, dass Manchester Orchestra nun wenigstens für «A Black Mile To The Surface» die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. «I don’t know where I am going but I am going anyways».
(Quelle: intro.de)

 

Das komplette Album im Stream

 

Video zur aktuellen Single «The Alien»