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Hier dachten sie noch nicht daran, dass sie als Paar nach Hause gehen. Bild: Familienarchiv

Sittertobel bis in die Ewigkeit

Mit einem süssen Typen vor der Bühne knutschen, ist eine der Geschichten, die es durch Corona vom Openair St.Gallen dieses Jahr nicht gibt. Doch das spielt einem jungen Paar aus Niederhelfenschwil keine Rolle. Es nahm bereits vor sechs Jahren eine der guten Liebesgeschichte vom OASG mit nach Hause.

Einfach das eine oder andere Bier miteinander zu trinken und zu schmusen, war den Verliebten Franziska Tschann und Lorenz Brunner nicht genug. Sie gingen 2014 als Singles ans Openair St.Gallen (OASG) und kamen als Paar nach Hause. Morgen Samstag, am 27. Juni, feiern sie nicht nur ihren sechsten Jahrestag sondern auch ihre Hochzeit. Für Franziska ist die Verbindung mit dem OASG einfach nur cool: «Es ist aber nicht so, dass wir dank dem Openair zusammengekommen sind. Es hätte an diesem Tag auch jedes andere Fest sein können.» Daher spielt die Absage des Festivals ihnen eher in die Karten. «So kommen die Gäste doch gerne an unsere Hochzeit und wir verpassen nichts vom Openair», sagt Franziska mit einem Augenzwinkern.

Lorenz Brunner (links) stand noch ahnungslos in der Schlange an. Bild: Familienarchiv

Ein Zelt macht den Anfang

Doch das Openair wurde bereits am ersten Treffen zum Thema. «Als wir merkten, dass wir beide ans St.Galler gehen, fand ich es super», erzählt Franziska. Lorenz hat ihr nämlich verraten, dass er Early Bird Tickets hat. Sie nutzte die Gunst der Stunde und übergab ihm ein paar Tage vor dem Festivalbeginn ihr Zelt. Als guter Kerl, der er ist, half er seiner Herzdame und deren Freundinnen das Zelt aufzustellen. Natürlich taktisch klug, sodass es in der Nähe seines Zeltes steht.

Erik Mazenauer hat zwischen dem Liebespaar vermittelt. Bild: Tagblatt

Mit einem Schubser des Kumpels

Trotz diesen taktischen Schritten sich näher zu kommen, wollte Lorenz hauptsächlich etwas anderes. «Eigentlich wollte ich damals das Openair einfach nur geniessen und feiern», erzählt der 30-Jährige. Doch da hat er nicht mit den Absichten von seiner Flamme gerechnet. Die 29-Jährige und ihre beste Freundin belagerten einen seiner Kumpels: «Ich wollte endlich Klarheit. Also ging ich zum Maze und fragte was Lorenz für Absichten mit mir hat.» Erik Mazenauer alias Maze musste die Wogen glätten und machte Lorenz Beine. Daraufhin nahm der zukünftige Bräutigam seinen Mut zusammen, ging zu ihr und gestand unter deren Pavillon auf dem Zeltplatz seine Liebe: «Du weisst hoffentlich, dass mir mehr an dir liegt als nur herum Geschmuse.» Wie es sich an einem Openair gehört, besiegelten sie ihre Beziehung in der Privatsphäre ihres Zeltes.

Obwohl sie in ihrer gemeinsamen Zeit nur drei Mal am OASG waren, seien sie doch wie viele andere St. Galler besonders dieses Jahr mit den Gedanken im Sittertobel. Sie lassen das Feeling an ihrer Hochzeit hochleben und stossen auf ihr Zusammenkommen an. Dieses Jahr zwar nicht in kurzen Hosen und Pelerine, dafür im Brautkleid und Anzug.

Andrea Vieira, 26.06.2020