Bildquelle: Tagblatt,Ruben Schönenberger Eine Bürgerreform aus Wattwil wehrt sich gegen die Schliessung des Spitals mit einer Kundgebung.

In fünf St.Galler Spitälern gehen die Lichter aus

Der Kantonsrat St.Gallen stimmt dem Vorschlag des Regierungsrates zu. So wird die St. Galler Spitalstrategie «4plus5» bis spätestens 2028 umgesetzt. Freude an dieser Entscheidung haben nicht alle. Ein Bürgerforum aus Wattwil hat bis zum Schluss um ihr Spital gekämpft.

Die Spitalstrategie des Kantons St. Gallen kommt durch. So wird es statt neun nur noch vier Spitäler im Kanton St.Gallen geben. Die Standorte sind Stadt St.Gallen, Wil, Grabs und Uznach. Die anderen vier Spitäler werden umgewandelt. So sollen in Wattwil, Altstätten, Rorschach und Flawil  regionale Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ) enstehen. In Walenstadt wird eine überkantonale Lösung mit Graubünden und Glarus gesucht.

Lange Gegenwehr aus Wattwil

Mit der neuen Strategie konnten sich viele Wattwiler nicht anfreunden. So kämpfte ein Bürgerforum bis zum Schluss gegen die Schliessung ihres Spitals. Mit einer Kundgebung vor der Kantonsratssitzung machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Zusätzlich wurden Flyer an die Kantonsräte verteilt. Genützt hat es nicht. Das Spital Wattwil muss schliessen. Nicht zufrieden mit dieser Entscheidung ist der Wattwiler Gemeinderat Alois Gunzenreiner. «Das ist ein schwerer Schlag für die Region Wattwil und das ganze Toggenburg. Wir haben lange gehofft, nun sind wir sehr enttäuscht». Das Spital Wattwil ist vor kurzem renoviert worden, deshalb haben sich die Bürger gegen eine Schliessung gewehrt.

Spitalschliessung ist nicht das Ende

Für die Spitalstandorte bedeutet das nicht das Ende. So wird bei mehreren Standorten nach Lösungen gesucht, die über die GNZ hinausgehen. So interessiert sich vor allem die Firma Solviva AG für zwei Standorte. Das Schweizer Familienunternehmen ist im Gesundheits- und Pflegewesen tätig. Sie will in Wattwil nebst dem Gesundheits- und Notfallzentrum auch ein Therapiezentrum für Langzeitpflege aufbauen. Die Firma würde dann dem Kanton St. Gallen die Räume für das Notfallzentrum vermieten. In Flawil ist das selbe Konzept geplant, allerdings für Kurzzeitpflege. Das Unternehmen Solviva AG hat dabei einen prominenten Partner mit im Boot,  so soll sich das Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil auch für den Standort interessieren. Dieses will Flawil zur Ostschweizer Aussenstelle für die ambulante Versorgung von Menschen mit einer Querschnittslähmung machen. So müssen sie für eine Kontrolle nicht mehr nach Nottwil, sondern nach Flawil. Querschnittsgelähmte sollen aber auch therapeutisch in Flawil behandelt werden.

Jonas Mielsch,16.09.2020