Pixabay, Michal Jarmoluk

25 Jahre DVD: Der einstige Star wird langsam alt

Die VHS-Kassette zurückzuspulen, das ist für Millennials unbekanntes Terrain. Vor 1995 gehörte es aber dazu, wenn man einen Film schauen wollte. Das Format DVD wird heute 25 Jahre alt und brachte viele Vorteile mit sich.

Auf der kleinen Kassette hörten die Kinder der 80er und 90er ihre Kasperli-Geschichten, auf der etwas grösseren waren die Lieblingsfilme gespeichert. Am Ende eines Films musste das Band zurückgespult werden. Diese mühsame Arbeit erschien noch viel dramatischer, wenn man es schon vor dem Filmerlebnis tun musste. Das kam aber nur vor, wenn sich egoistische Geschwister oder der vorige Kunde der Videothek das Zurückspulen beim letzten Mal gespart hatten. Im Jahr 1995 änderte sich dann alles. Das Zurückspulen verschwand, der Streit mit den Geschwistern aber blieb.

Zeitalter DVD

Scheibe rein, Film ab. Und das ganz ohne Flackern oder Spulen. Mit der Einführung des Formats DVD wurde das Filmerlebnis noch komfortabler. Auch nahmen die dünnen Scheiben weniger Platz ein im Regal. Gleichzeitig boten sie mehr Speicherplatz als ihre Vorgängerin, die VHS-Kassette. Geeinigt haben sich die Konkurrenten der führenden Elektronikkonzerne damals in Tokio auf ein gemeinsames Format. Dies auf Druck der Filmindustrie hin, welche nicht mehrere Standards unterstützen wollte. Das hatte sie schon bei der Markteinführung der Videorekorder gestört.

 

DVD – D as V errückte D ing

Weil die DVD ursprünglich ein Speichermedium für Filme war, stand die Abkürzung für «Digital Video Disc». Später erweiterten sich die Verwendungsmöglichkeiten der DVD, deshalb wurde der Name «Digital Versatile Disc» diskutiert. Dieser konnte sich aber nicht überall durchsetzen. Heute ist «DVD» ein verbreiteter Alltagsbegriff, die drei Buchstaben haben aber keine definitiv festgelegte Bedeutung.

 

Aus neu wird alt

Während die Verkaufszahlen der DVD nach 1995 stetig stiegen, ging es mit den Zahlen der VHS-Kassette bergab. Wurden im Jahr 2000 noch 423 Millionen Kassetten in Europa verkauft, war es 2008 noch etwa eine Million. Der umgekehrte Trend zeigt sich bei den DVDs: Im Jahr 2000 waren es «bloss» 170 Millionen Stück, die verkauft wurden. Acht Jahre später waren es bereits über siebenmal mehr.

Doch auch für das vermeintliche Medium der Zukunft war die Zukunft gegen 2010 schon wieder vorbei. Streaming-Plattformen machten der DVD Konkurrenz. Und auch diese Art fernzusehen, brachte viele Vorteile mit sich. So stehen unzählige Filme zur Auswahl und nehmen gar keinen Platz im Regal in Anspruch. Doch wird wohl auch diese  gegenwärtige Methode irgendwann wieder von der Zukunft eingeholt werden.

Stephanie Kolberg, 15.09.2020